Viel mehr über diese Zeit
wüssten wir heute, wenn nicht ein Brand die größte
Bibliothek des Altertums 47 v. Chr. in Alexandria vernichtet hätte.
Im Krieg zwischen Cäsar und Pompeius gingen so über
500.000 Schriften, in denen das gesamte Wissen und die Geschichte
über diese Zeit enthalten war zugrunde
Funde aus Rom berichten uns, dass es in römischen Städten
- und diese erstreckten sich damals über halb Europa - nicht
nur Bauvorschriften, sondern richtige Feuerwehren gab. Unter Kaiser
Augustus wurden die vermutlich nicht mehr ausreichenden Bürgerfeuerwehren
zu Berufsfeuerwehren ausgebaut. Außer den einfachen Löschmitteln
wie Decken, Haken und Eimern gab es bereits Spritzen. Dies zeigt
ein Fund aus der Nähe von Metz in Lothringen: eine Kolbenpumpe
aus Bronze. Aus Schriften aus dieser Zeit geht hervor, dass solche
Pumpen mit einem Windkessel ausgestattet waren und daher bereits
zu dieser Zeit für einen gleichmäßigen Wasserstrahl
sorgen konnten.
Zur Zeit der Völkerwanderung gingen viele Errungenschaften
der Technik verloren - so auch die für diese Zeit moderne
Wasserpumpe. Die Menschen versuchten aber weiter, keine Brände
entstehen zu lassen bzw. bestehende zu bekämpfen. Aus dieser
Zeit stammen daher auch die ersten Feuerordnungen, welche in mittelalterlichen
Städten erlassen wurden. Aus Meran stammt die älteste
bekannte Feuerordnung (aus dem Jahr 1086). Eine Vorschrift dieser
Feuerordnungen besagt, dass nach dem Abendläuten kein offenes
Feuer mehr im Herd zu halten ist. Hierin ist auch die Verpflichtung
enthalten, die die verschiedenen, in Zünften und Innungen
gegliederten Bürger beim Feuerlöschen regelten.
Eine Bestimmung in der ersten Feuerordnung Londons heißt,
dass im Sommer jeder Hausbesitzer ein Fass Wasser bereitstellen
muss - trotzdem fiel London im Jahr 1666 einem Brand zum Opfer,
welcher zwei Drittel der Stadt, d. h. ca. 13.000 Häuser,
zerstörte.
Vor 100 Jahren wurde auch bei uns noch geachtet, dass in jedem
Anwesen Feuerhaken und Eimer, damals aus Leinen, vorhanden waren.
Erst eineinhalbtausend Jahre, nachdem die Römer schon die
Spritze mit dem Windkessel bauten, "erfand" bzw. baute
der Augsburger Zirkelschmied Hans Hautsch eine Zugstangenpumpe
zum Feuerlöschen (um 1650). Diese wurde von drei Pferden
gezogen und von 28 Mann abwechselnd bedient. Mit dieser Pumpe
konnte das Wasser ca. 25 m weit gespritzt werden, das Wasser musste
aber erst mit Eimern zur Spritze gebracht werden! Eine große
Errungenschaft für die damalige Brandbekämpfung stellte
die um 1735 von zwei Holländern entwickelte Pumpe mit festem
Saugschlauch dar. Mit dieser Pumpe konnte Wasser einem fließenden
oder stehenden Gewässer entnommen und mit Druck weitergepumpt
werden.
Die Wehren der Zünfte und Innungen wurden dann von Bürgerwehren
abgelöst, die aber noch schlecht ausgerüstet und kaum
ausgebildet waren. Obwohl es in größeren Städten
bereits Berufsfeuerwehren gab, war der Brandschutz trotzdem weiterhin
ungenügend, und viel Hab und Gut wurde ein Raub der Flammen,
da es den Menschen der damaligen Zeit nicht möglich war,
Feuer wirksam zu bekämpfen.
Die ersten freiwilligen Feuerwehren wurden in unserer Gegend um
die Mitte des vorigen Jahrhunderts gegründet. In Wels wurde
1896 der OÖ. Feuerwehr- verband gegründet, der damals
aus 16 Feuerwehren aus Oberösterreich bestand.
Zum Ausbau der Feuerwehren in Österreich gab anfangs der
Kaiser bescheidene Beiträge. 1883 wurde ein Gesetz beschlossen,
nach dem die Feuerversicherungsgesellschaften einen Teil der Prämien
zur Ausrüstung und Erhaltung der Feuerwehren leisten mussten.
Hiefür sorgt nun der OÖ. Landesfeuerwehr- fonds, von
dem auch unsere Feuerwehr laufend Unterstützungen zur Anschaffung
neuer Geräte und Ausrüstung erhält. Große
Brände, wie der Brand Roms unter Nero (64 n. Chr.), der die
Christenverfolgung auslöste, oder das "Große Feuer"
von London begegnen uns im Laufe der Geschichte immer wieder.
Aber auch kleine Orte blieben nicht von Bränden verschont,
wie die Chroniken unserer Feuerwehren, aber auch genauso aller
anderen, eindrucksvoll beweisen.
( Quelle: Festschrift anlässlich „100 Jahre Feuerwehr
Hartkirchen“ , 1984 )